
…liebes Pilgertagebuch,
ein rundum gelungener Pilgertag liegt hinter uns: 14 Männer waren gemeinsam auf dem Hümmlinger Pilgerweg unterwegs. Unter dem Thema „Wegweiser – Was mir Orientierung gibt“ ging es um Fragen, die im Alltag oft zu kurz kommen: Was gibt mir Halt? Was hilft mir bei Entscheidungen? Und was ist mein nächster guter Schritt?
Frank Rickermann hatte den Pilgertag vorbereitet und führte die Gruppe gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Willi Benten über den Weg. Mit passenden Impulsen, Zeit für Gespräche und stillen Wegstrecken schufen beide einen guten Rahmen für einen Tag, der weit mehr war als eine Wanderung.
Los ging es am Marstall Clemenswerth. Vor der Schlosskapelle begegneten wir Pater Edmund, der plötzlich um die Ecke bog, uns herzlich begrüßte und uns spontan einlud, den Pilgertag in der Kapelle zu beginnen. Dort nahmen wir uns Zeit für unseren ersten Impuls und starteten gemeinsam in den Tag. Die unverhoffte Begegnung mit Pater Edmund machte diesen Beginn besonders persönlich.
Besonders berührend war die Begegnung am Sinnspruchstein „Herr, gib mir Gelassenheit“. Ein älterer Herr kam auf seiner täglichen Runde vorbei und fragte interessiert, was unsere Gruppe dort mache. Als er hörte, dass wir pilgernd unterwegs waren, setzte er sich zu uns auf die Bank und hörte still zu. Für einen kleinen Moment teilte er unseren Weg und unsere Gedanken zur Gelassenheit. Beim Weitergehen verabschiedeten wir uns mit einem Nicken und einem Handzeichen. Es war keine große Szene – und doch eine Begegnung, die zeigt, wie schnell Menschen auf einem Weg miteinander verbunden sein können.
Bei Männige Berge beschäftigten wir uns am Sinnspruchstein „Segen spüren“ mit Dankbarkeit und den guten Dingen, die uns im Alltag tragen. Wofür bin ich dankbar? Was tut mir gut? An der neuen Sitzgruppe befindet sich nun auch ein Pilgerbuch in einem wettergeschützten Kasten. Dort hinterließen wir einen kleinen Eintrag als Erinnerung an diesen gemeinsamen Moment auf dem Weg.
Der kleine Abstecher zur mehr als 400 Jahre alten Spahner Buche war ein weiterer Höhepunkt. Tief verwurzelt, Wind und Wetter ausgesetzt und doch kraftvoll gewachsen – dieses Bild nahmen viele auf ihre eigene Weise mit.
Auch das Wetter passte zum Pilgertag: Wind aus allen Richtungen, zwischendurch Sonne und nur drei unentschlossene Regentropfen. Echtes Pilgerwetter!
Zum Abschluss trafen wir uns in der Kirche St. Johannes der Täufer in Spahnharrenstätte. Ein Abschlussimpuls ließ den Pilgertag ruhig ausklingen.
Danach ging es zurück zum Marstall Clemenswerth. Vor der frisch renovierten Statue von Kurfürst Clemens August blieb noch genug Energie für ein gemeinsames Gruppenfoto. Bei Kaffee, Tee, Kuchen und Schnittchen klang der Tag anschließend in guter Runde aus. Es wurde erzählt, gelacht und weitergedacht – denn genau diese gemeinsamen Erfahrungen machen unsere Gemeinschaft so wertvoll.






